Wir wuppertaler

Der Autor:

Heinz Oelfke geboren in Wuppertal, hat seine Kindheit und Schulzeit in Wuppertal und in der Nähe von Kassel verbracht. Zunächst absolvierte er eine Berufsaus-bildung zum Industriekaufmann, besuchte später die Journalisten-schule und volontierte bei einer Zeitung in München. Es folgten eine langjährige Mitarbeit an einer Wochenzeitung und einer Fachzeitschrift.

„Die Zukunft ist in uns dunkel, aber was in uns lebt ist die Vergangenheit“, sagt Friedrich Dürrenmatt.

Und was in uns lebt, sind vor allem die schönen, fröhlichen, erlebnis-reichen Stunden. Aber auch allgemeine Ereignisse, eigene Erlebnisse, lustige, humorvolle und auch „unglaubliche“ Geschichten die das Leben schrieb. Oft sind es auch die schon seit einigen Generationen weiter erzählten, übernommenen Pointen des Lebens und Zusammenlebens, die weiterleben, überleben und übertragen wurden und werden, auf unsere Nachkommen; und vielleicht sogar niemals in Vergessenheit geraten. Einfach, weil sie zum Mark unserer Heimat und ihrer Bewohner gehören.

Der Autor hat einige solcher Anekdoten und „Vertellkes“ aus unserer Stadt und Region zusammengetragen und zu diesem kleinen Büchlein gebündelt.

 

Leseprobe:

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Der alte Herr Tölle

 

Der Tölleturm auf den Barmer Südhöhen, ja präzise auf dem höchsten Punkt Wuppertals stehend, zirka 350m über Normalnull, ein Aussichtsturm, von dessen Kanzel aus man in alle vier Himmelsrichtungen schauen kann und bei klarem Wetter im Norden die Fördertürme des Ruhrgebietes erkennen – konnte -, da es heute ja kaum noch welche dort gibt, nach Westen und Südwesten erblickt man fern am Horizont den Silberstreif des Rheinstromes und die Spitzen des Kölner Domes, sowie die schlanken Fernsehtürme von Köln und Düsseldorf und nach Süden und Osten hin reicht der Blick weit über die Wupperberge hinweg ins Oberbergische und bis ins Sauerland, dem Land der tausend Berge hinein!

Dieser sehr populäre Aussichtsturm, zu dem bis in die späten Fünfziger Jahre die erste doppelgleisig betriebene elektrische Zahnradbahn Deutschlands, die gute alte Barmer Bergbahn, hinaufführte, trägt den Namen eines ehemaligen Fabrikanten und Förderer der Barmer Anlagen, des Herrn Tölle.

Dieser alte Herr Tölle war so ein richtiger alter bergischer „Dickkop.“ So jedenfalls ist es überliefert.

Als er eines Tages mal seine Sekretärin zur Bank schicken wollte, um dort Geld für seine Firma abzuholen, gab er ihr eine handgeschriebene Vollmacht mit. Als die Sekretärin diese las, erlaubte sie sich, ihren Chef darauf aufmerksam zu machen, dass das Wort Vollmacht aber mit zwei L geschrieben würde und er hätte es nur mit einem L geschrieben.

Der alte Tölle, der sich doch von seiner Sekretärin nicht berichtigen lassen wollte, antwortete ihr: „Kann jo senn, dat dat met twei L geschrewen wird, Fräulein Schmitz. Dann schriewen Sie mal ruhig ne Vollmacht för de Bank met twei L un Ihren Nomen dronger un eck schrew minge Vollmacht met nur eenem L un mingen Nomen dadronger. On dann, Fräuken, wollen vie doch ens kieken, wemm die Bank dat Geld güfft, Ihnen oder meck?“

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